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Essbare Blüten

 

8. Juni 2017

 

Wenn Sie am Kalten Buffet so richtig glänzen, die Schwiegermutter beim Gartenfest total ausstechen oder Ihre Kinder mal so richtig zum Staunen bringen wollen, dann verwenden Sie doch mal Blüten in der Küche. Salat mit Gänseblümchenblüten, Kekse mit Lavendeldekor oder ein Braten mit Taglilienblüten – hört sich doch lecker an!

Blüten – ein Genuss für alle Sinne

 

Blumen sind vor allem gut fürs Herz, das wussten schon unsere Großmütter, und in diesem Falle dachten sie nicht an die rein medizinische Wirkung. Genießen ist etwas, was der Mensch mit allen Sinnen kann, und daher bieten sich die Schönheit der Blüten für das Auge und der zarte Duft für unsere Nase doch geradezu an. In unserer schnelllebigen Zeit gibt es allmählich ein Rückbesinnen auf alte Werte, auf natürliche Rhythmen und fast vergessene Zusammenhänge. So lassen sich mit Blüten auf dem Teller die Jahreszeiten noch eindeutiger erlebbar machen, denn dass Veilchen für den Frühling und Phlox für den Sommer stehen, haben wir alle als Kinder noch gelernt. So können in einem grünen Salat gut neben den Brennnessel- und Löwenzahnblättern die Blüten von Schlüsselblumen, Gänseblümchen und Veilchen für optische Höhepunkte, aber auch für geschmackliche Überraschungen sorgen.

 

Leckerer Blütenreigen:

 

Den Sommer leiten Ringelblumen, die ersten Rosenblüten und dicke, gelbe Zucchiniblüten ein. Später kommen dann Kapuzinerkresse, Lavendel und Taglilien dazu. Im Herbst sammelt man ein buntes Sortiment aus den Nachblüten in Feld und Flur bzw. dem Garten. Im Winter bleiben uns leider oft nur die Zimmerpflanzen, zum Beispiel sind Passionsblumen nicht nur dekorativ, sondern auch sehr schmackhaft.

 

Erntezeit:

 

Geerntet wird gleich nach dem Abtrocknen des Morgentaues, vor der Mittagshitze (ansonsten verflüchtigen sich die Ätherischen Öle) und nur Blüten von ungespritzten Pflanzen (vorzugsweis aus dem eigenen Garten). Pflücken Sie die Blüten erst kurz vor der Verwendung – Blüten welken rasch und verlieren schnell an Aroma. Sie sollten möglichst Blüten wählen, die sich gerade geöffnet haben, sie haben das intensivste Aroma. Essbar sind nur die Blütenblätter. Daher sollte man alle grünen Pflanzenteile, Stempel und Staubgefäße vor der Verwendung entfernen.

 

Studieren geht über Probieren:

 

Für alles, was wir essen möchten, gelten natürlich sehr logische Einschränkungen. Man muss sich immer hundertprozentig sicher sein, dass man die Pflanze wirklich sicher erkannt hat und sie essbar ist. Bitte keine Experimente, manche Pflanzen isst man sonst nur einmal! Besonders giftig sind beispielsweise Eisenhut, Rittersporn, Tomate, Kartoffel, Oleander, Akelei, Fingerhut, Pfaffenhütchen und Herbstzeitlose.

Geschmackssache:

 

Nicht alles, was essbar ist, schmeckt auch wirklich lecker, also vorsichtig probieren!

Dabei merkt man auch schnell, was wozu passt, denn die leuchtend orangen Blüten der Kapuzinerkresse sehen auf dem Schokopudding zwar toll aus, passen mit ihrem Rettichgeschmack aber besser in den Salat. Der Pudding würde sich eher über süße Phlox- oder Funkienblüten freuen. Dass man keine geschützten Arten sammelt und Naturbestände möglichst schonend behandelt, erklärt sich auch von selbst. Immer wieder hinweisen muss man allerdings auf Verschmutzungen. Pflanzen nehmen Stoffe aus ihrer direkten Umgebung auf, so dass ein Abwaschen nur gegen Staub hilft. Dünger, Pflanzenschutzmittel und andere chemische Stoffe können in unserer Kulturlandschaft schnell in ungesunden Mengen enthalten sein. Am besten reservieren Sie sich ein größeres Beet in ihrem Garten für den Speisezettel und bewirtschaften dieses sehr bewusst. Halten wir es mit J. Ringelnatz: „Auch die besessensten Vegetarier beißen nicht gern ins Gras“.

gefunden bei: www.gartenzauber.com

Einen besonderen Dank an Anita Strehle die sich die Mühe gemacht hat dies alles zusammen zu tragen.

© Obst- und Gartenbauverein Mönchsroth und Umgebung (Dezember 2014)