Gänseblümchen

Gänseblümchen 

(Bellis perennis)

Standort:

 

Das Gänseblümchen wächst auf Weiden und Wiesen, vorzugsweise auf lehmigen Böden. Es stellt keine besonderen Ansprüche und kommt recht häufig vor.

 



Geschmack und Verwendung in der Küche:

 

Die Blätter haben einen säuerlichen zusammenziehenden Geschmack. die Blüten schmecken aromatisch und ebenfalls leicht säuerlich. Die ganze Pflanze kann in frischen Frühlingssalaten und Kräutersuppen verwendet werden.

 



Wirkungsweise:

 

Die Pflanze hat schleimlösende, auswurffördernde, leicht abführende und schmerzlindernde Eigenschaften. Weiterhin wirkt sie entzündungswidrig und stoffwechselanregend. Gänseblümchen ist ein hervorragender Vitamin- und Mineralstofflieferant.

 

Wissenswertes über Gänseblümchen:


 

Gänseblümchen blühen praktisch das ganze Jahr über. Nicht nur ab dem zeitigen Frühjahr über den Sommer und bis hinein in den Spätherbst, sondern auch mitten im Winter schieben sie bei mäßigen Temperaturen ihre weißen Blütenköpfchen aus dem Boden. Die Blüten öffnen sich allerdings nur wenn die Sonne scheint. Nachts und bei sehr trübem Wetter bleiben sie geschlossen.

 

Sammeltipps von Heilkräuter.de:

 

Wenn man Heilpflanzen sammeln will, sollte man einige Grundregeln beachten, um Freude an den Kräutern und wirksame Ergebnisse zu bekommen.

 

Pflanzen kennenlernen:

 

Am wichtigsten ist es, die Pflanzen gründlich kennenzulernen, bevor man sie sammelt.

Man sollte sie eindeutig identifizieren können. Bei manchen Pflanzen ist dies einfach, bei anderen kann es aber zur Verwechslung kommen, mitunter mit schlimmen Folgen. Vor allem Doldenblütler sind schwer zu unterscheiden und wenn man Pech hat, dann erwischt man den tödlich giftigen Schierling.

 

Sammelzeit beachten:

 

Jede Pflanze bzw. jedes Pflanzenteil hat ihre optimale Zeit, um gesammelt zu werden.

Für die einzelnen Pflanzenarten gibt es einen Sammelkalender. Auch bei den Pflanzenbeschreibungen im Lexikon steht bei Besonderheiten ein Hinweis auf die Sammelzeit im Text. Für die Pflanzenteile, unabhängig von der Pflanzenart gibt es ein paar Faustregeln, die jedoch bei einzelnen Pflanzen abweichen können. Generell gilt: Nur bei trockenem Wetter sammeln!

Die Pflanzen sollte auch nicht nass vom Tau sein, sondern schon abgetrocknet. In den frühen Morgenstunden ist das Kräutersammeln also nicht angesagt, sondern eher im Laufe des Vormittags, wenn die Pflanzen schon trocken sind, aber noch frisch von der Ruhe der Nacht. Das gilt nicht für Wurzeln, die vor allem abends am gehaltvollsten sind.

 

Hier eine Tabelle für die jeweiligen Pflanzenteile: 
(Die Hinweise auf die Mondphase sind eher esoterischer Natur und nicht naturwissenschaftlich begründet.)

Pflanzenteil

Jahreszeit / Reifungsphase

Tageszeit

Mondphase

Kraut

vor oder während der Blüte

Vormittags

Zunehmender Mond

Blätter

vor oder während der Blüte

Vormittags

Zunehmender Mond

Knospen

kurz vor dem Aufblühen

Vormittags

 

Blüten

wenn sie gerade aufgeblüht sind

Vormittags

 

Früchte

wenn sie reif sind

Ganztags

 

Samen

wenn sie reif sind

Ganztags

 

Wurzeln

Frühjahr und Herbst

Abends

Abnehmender Mond

Rinde

Frühjahr und Herbst

Ganztags

 

Geeignete Orte:

 

In unserer von Straßen durchzogenen und von Feldern gefüllten Landschaft ist es oft schwierig geeignete Plätze zum Sammeln von Heilpflanzen zu finden.

 

Nicht an Straßen:

 

Die Abgase der Autos sammeln sich in den Pflanzen an, die zwar tapfer versuchen, die Gifte abzubauen, aber sie sind mit dieser Aufgabe voll beschäftigt und nicht als Heilpflanzen geeignet.

Wenn man Pflanzen zu sich nimmt, die direkt neben vielbefahrenen Straßen wachsen, dann schadet man sich mitunter mehr als dass man sich etwas Gutes tut.

 

Daher: Finger weg von Pflanzen, die bis zu 100 Meter neben vielbefahrenen Straßen wachsen!

 

Man kann solche Pflanzen jedoch anschauen, fotografieren und kennenlernen.

 

Nicht neben Feldern:

 

Die meisten Felder werden stark gedüngt und mit Pflanzenschutzmitteln gespritzt. Der Dünger bläst auch die neben dran wachsenden Heilpflanzen unnötig auf, sodass sie zwar grosß aber wirkungslos sind. Spritzmittel schaden den Pflanzen, sie enthalten dadurch mehr oder weniger viel Gifte.

 

Daher: Finger weg von Pflanzen, die neben Feldern wachsen.

 

Freie Natur:

 

Die verbleibenden, wenigen Stellen, die für das Sammeln von Pflanzen geeignet sind, sollte man pfleglich behandeln und keinesfalls einen Flurschaden hinterlassen. Schließlich wollen die Pflanzen auch nach unserem Besuch ungehindert weiterwachsen und auch andere Kräuterfreunde wollen eventuell Pflanzen sammeln oder sich einfach nur an ihnen freuen können. Diese behutsame Einstellung zur Sammelleidenschaft gilt für alle Pflanzen, nicht nur für besonders seltene Arten.

 

BEACHTE: Pflanzenschutz:

 

Etliche Pflanzenarten stehen unter Naturschutz und dürfen nicht gesammelt werden.

 

Gesunde Pflanzen:

 

Nur gesunde Pflanzen sollten gesammelt werden, denn Pflanzen mit Schäden, Pilzbefall oder Ungeziefer verfügen nicht über die volle Heilkraft,außerdem könnten unbekannte Schadstoffe enthalten sein, denn schließlich weiß man oft nicht, was die Pflanze geschwächt hat.

 

Sammelmenge:

 

Prinzipiell sollte man man immer maximal einen Jahresvorrat von jeder Art sammeln, denn nach einem Jahr lässt die Wirkung der Heilpflanzen nach. Ausserdem hängt es natürlich vom Angebot an den geeigneten Sammelstellen ab, wieviel man jeweils sammeln darf. Unbedingt sollte man genügend unversehrte Pflanzen stehen lassen, damit sie sich wieder ausreichend vermehren können. Meine persönliche Faustregel geht sogar so weit, dass man nach meinem Sammelbesuch nicht auf den ersten Blick sehen kann, dass ich dort war und Pflanzen gesammelt habe. Von der Menge her ist das maximal ein Zehntel der vorhandenen Pflanzen.

 

Sammeltechnik:

 

Pflanzen sollten nicht ausgerissen werden, es sei denn, man will gezielt die Wurzeln sammeln. Stattdessen sollten die Pflanzenteile sorgfältig abgezupft oder abgeschnitten werden, je nachdem, was man sammelt. Schamanen der Naturvölker vermeiden die Berührung der Pflanzen mit Eisen, stattdessen benutzen sie Messer aus Stein, Hartholz oder anderen Metallen.

 

Dank an die Pflanze.

 

Die meisten Kräuterkundigen sind der Überzeugung, dass es wichtig ist, die Pflanze um Erlaubnis zum Sammeln zu bitten. Das kann man wortlos in Gedanken tun, oder man spricht sie an. Auch ein Lied als Bitte und zum Dank mögen die Pflanzen ganz besonders gern. Nach dem Ernten, vor allem wenn man wesentliche Teile, wie beispielsweise Wurzeln geerntet hat, oder wenn man grössere Mengen gesammelt hat, ist es eine freundliche Geste, den Pflanzen einen Dank zu hinterlassen. Das kann etwas Getreide sein, vielleicht Hornspäne (wegen deren Nährkraft) und in unserer heutigen Zeit des Geldes kann das auch eine Kupfermünze sein. Kupfer wird vom Boden benötigt, um die Pflanzen zu ernähren.

Die Ureinwohner Amerikas geben den Pflanzen oft Tabak oder Maiskörner zum Dank.

 

Sammelbehälter:

 

Zum Transport der Pflanzen nach Hause bewahrt man sie am besten in einem Korb, einer offenen Tasche oder in einem Papierbehälter auf. Plastiktüten sind nicht geeignet.

 

Reinigung:

 

Bei Blättern und ganzen Kräutern sollte man nur solche Pflanzen sammeln, die so sauber sind, dass man sie gar nicht reinigen muss. Wurzeln sind naturgemäß von Erde umgegeben. Zunächst sollte man die Erde abschütteln und abbürsten. Die dann noch vorhandenen Reste kann man zügig mit kaltem Wasser abspülen.

Rezepte für Körper, Geist & Seele und Info`s für die Hausapotheke

Zutaten für eine Gänseblümchensuppe:

 

2 Hand voll Gänseblümchen

1 EL Sonnenblumenöl

1 l Hühnerbrühe

1 Scheibe Roggenbrot

1 EL Sonnenblumenöl

Gänseblümchen zum Garnieren

 

Zubereitung:

Zuerst werden die Gänseblümchen grob zerkleinert und in dem erhitzten Öl kurz angedünstet. Das gewürfelte Brot in Öl erhitzen und bräunen. Die Brühe erhitzen, in Teller abfüllen und mit Brotwürfeln und Gänseblümchen garnieren.

Zutaten für den Frühlingsquark mit Gänseblümchen:

 

1 Schalotte

500 g Speisequark

1 EL Olivenöl

Salz, Pfeffer

20 g Pastinaken- oder Brennnesselblätter

30 g Gänseblümchenblätter

1 Sauerampferblatt

10 Gänseblümchenblüten

 

Zubereitung:

Die Schalotte in feine Scheiben schneiden. Die Scheiben mit dem Quark und Öl vermischen und würzen. Blattstiele aller Blätter entfernen, die Blätter fein hacken und mit dem Quark vermischen. Mit Gänseblümchen garnieren.

Tinktur:

 

bei Muskelverspannungen kann man sich mit einer Gänseblümchen-Tinktur einreiben.

 

Diese Tinktur wird wie jede andere Kräuter-Tinktur hergestellt:

 

Ein dunkles Glas mit Gänseblümchen- Köpfchen (möglichst zur Mittagszeit an einem sonnigen Tag gesammelt) füllen. 40-50 %-igen Schnaps aufgießen und fest verschließen und vier Wochen im Dunkeln stehen lassen.
Danach abseihen und in saubere Flaschen abfüllen.

Tee:

 

Gänseblümchentee hilft bei festsitzendem Husten.
1-2 TL Blüten und Blätter mit 1/4 Liter kochendem Wasser überbrühen und 5 Minuten ziehen lassen. Schluckweise 2-3 Tassen am Tag trinken.

Dieser Tee solle nur kurmäßig über einen Zeitraum von 4 Wochen angewendet werden

Homöopathie:


 

Bellis hat eine ähnliche Wirkung wie Arnica, ist aber besser geeignet bei Schürfwunden und bei Verletzungen der äußeren Haut, die durch einen Sturz oder einen Stoß usw. entstehen.
Es ist ein nichtspezifisches Wundheilmittel für Quetschungen, Blutergüsse, Schürfwunden und bei Muskelkater (Arnica wirkt im Gegensatz zu Bellis besser bei tieferen Verletzungen der Weichteile).

 

Sie können Bellis immer dann nehmen, wenn Arnica bei Ihnen nicht wirkt.

 

Indikationen: 
Hautverletzungen, Muskelkater

 

Dosierung:
 3 x täglich 1 Gabe bis zum Abklingen der Beschwerden (1 Gabe = 5 Globuli oder 1 Tablette oder 5 Tropfen)

Einen besonderen Dank an Anita Strehle die sich die Mühe gemacht hat dies alles zusammen zu tragen.

© Obst- und Gartenbauverein Mönchsroth und Umgebung (Dezember 2014)